usa851985 Arizona-Utah

Ich hab mir - leider erst sehr spät - angewöhnt, Tagebuch über meine Reisen zu führen. Das erweist sich heute als sehr vorteilhaft, aber in der frühen Jugend hilft leider nur das eigene Gedächtnis und das der Freunde, die dabei waren.
Aber im Jahr 1985 hab ich alles wichtige schriftlich und deshalb...hier der Bericht....
Meine Frau Sigi und ich sind zum 2. Mal mit unseren Freunden Claudia und Willi zusammen in USA unterwegs.
Am 13.04.1985 landen wir in Los Angeles
Eigentlich sind wir mit unseren Freunden Sue und Lee verabredet, aber die sind nicht da. Sie sind nicht da. Geschäftlich verhindert wie sich später herausstellt.
Wir übernachten im Days Inn am Century Blvd. Direkt zwischen den Landebahnen am LAX. Mit Balkonen. d.h. wir sehen die einfliegenden Maschinen und davon jede Menge.

Kapitel 1

Mit dem Wohnmobil durch die USA zu reisen ist meiner Meinung nach die beste Art. Du bist unabhängig und frei, hast jede Menge Platz und es hat den Riesenvorteil, daß du die Koffer am Anfang ausräumst und am Ende einräumst.
Wir werden von American Land Cruisers - so hießen die damals - abgeholt und zum Manhatten Beach gebracht.
Zum 1. mal mit 'nem Wohnmobil zu fahren ist für uns Westeuropäer mit ihrem beengtem Raum und unseren engen Straßen am Anfang - sagen wir mal - unangenehm. So groß, so breit sind die Dinger, aber komischerweise gewöhnt man sich unheimlich schnell an die Fahrweise und die Ausmaße.

usa85 01Mit dem Womo zu fahren ist Erholung.
Na gut L.A. ist jetzt grad nicht das beste Beispiel, aber trotzdem kommen wir locker raus.
Es dauert zwar fast 'ne Stunde auf dem Highway, aber irgendwann hört auch L.A. auf.
Wir fahren nach Palm Springs.

Palm Springs liegt mitten in der Wüste und ist doch grün ohne Ende.
Schuld daran ist der Kanal, der das Wasser von L.A. hierher bringt. Und das ist nicht wenig.
Für uns ist Palm Springs nur ein Durchgangsort. Abends an - morgens weg, dabei hat Palm Springs schon etwas zu bieten, aber das besprechen wir in einem anderen Urlaub.

Kapitel 2

usa85 03 usa85 04Morgends um 6.oo Uhr sind es schon 20 Grad, als wir aufstehen. Das gemütliche Frühstück im Freien ist absolut erholsam.
Dann geht es in Richtung Phoenix.
Wir vertendeln unterwegs. Da halten dort schauen und ruck zuck ist es dunkel. Ca. 45 Miles vor Phoenix suchen wir einen Campground in der Einsamkeit. Ohne Alles, d.h. fast Wildcampen - und hier überfahr ich meine 1. Schlange. Wir finden den Campground nicht und stellen uns einfach in die Wildnis. Als ich am Morgen aufstehe und mich umschaue, steh ich doch tatsächlich auf dem nicht gefundenen Campground. Aber gut.

Wir fahren weiter nach Sedona im Oak Creek Canyon. 1985 war Sedona wirklich ein Künstlerdorf. Heute ist es zwar kein Dorf mehr, aber immer noch eine sehenswerte Stadt. In der Nacht war ein schweres Gewitter und es ist schwer abgekühlt. Wir wollen weiterfahren, aber da stößt Willi`s Wagen mächtige Rauchwolken hinten raus. Wir finden gleich 'ne Werkstatt und die reparieren schnell und effektiv.
Gegen Mittag fahren wir weiter nach Flagstaff und dann weiter zum Meteor Crater. Und da begegne ich meiner 2. Schlange. Meine Freunde laufen den Rundweg voraus und bleib stehen um den Film in der Kamera zu wechseln. Als ich damit fertig bin drehe ich mich um lauf 2 Schritte und da ist sie... vor mir keinen Meter weg - ich seh sie - sie mich nicht, ich schreie laut - sie lautlos - ich renne nach links - sie schlängelt sich nach rechts. Ist nochmal gut ausgegangen - für beide...
Wir fahren den Highway 40 weiter zum Petrified Forest, dem versteinerten Wald. Absolut sehenswert, genau wie die gemalte Wüste, die "painted desert", die ein Stück weiter auf uns wartet. An einem trostlosen Camground an der "40" übernachten wir. In der Fernfahrerkneipe gibt's ein T-Bone Steak für mich -fast so groß wie 'ne Kloschüssel.

Kapitel 3

Leider macht uns das Wetter einen Strich durch den Canyon de Chelly und so fahren wir weiter zum Monument Valley. Da wir ein relativ kleines Womo haben können wir rein ins Tal, denn für größere Womo`s sind die Wege zu eng und zu schlecht. Die Bilder sprechen für sich.

usa85 05Auf der Fahrt zum Grand Canyon steigt die Spannung. Oft gelesen und oft auf Bildern gesehen übersteigt die Wirklichkeit über alle Maßen.
Als wir ihm am Desert View Point zum 1. mal gegenüberstehen sind wir alle sprachlos. Wie klein kommen wir uns jetzt vor. Es ist einfach unbeschreiblich.

Lange stehen wir vor diesem Naturwunder, ehe wir zum nächsten Aussichtspunkt fahren. Der Canyon präsentiert sich von jeder Aussichtsstelle anders. Mal sieht man den Colorado, mal nur bis zum unteren Plateau.

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aktualisiert: 12.12.2019