usa162016 - Die Südstaaten

Tag 7, Freitag 16.12.

Das Frühstück im Hotel ... ist kein Frühstück. Kaffee im Stehen und sowas wie Donats auf die ich gerne verzichte. Ich handhabe es wie immer, eine Straße hoch, die andere runter. Es gibt viele schöne Häuser und Gebäude zu sehen. Ein Highlight ist die Universität von Texas. The University of Texas at Austin, oft auch University of Texas, UT oder Texas verkürzt, ist die größte Universität von Texas und Hauptcampus des University of Texas Systems. Sie wurde 1883 gegründet und ist mit 50.201 Studenten die fünftgrößte Universität der USA. Sie erlangte aber am 1. August 1966 traurige Berühmtheit, als sich ein schwerbewaffneter Ex Marin auf dem 94 Meter hohenTurm der Uni verschanzte und wahllos Leute erschoss. Noch heute sind noch Einschusslöcher der Polizei auf dem Turm zu sehen.

Ein weiteres Highlight ist das Driskill Hotel an der 6th Street. Es wurde 1886 erbaut und ist das älteste noch geöffnete Hotel in Austin, und auch das mit bekannteste in Texas, es ist schade dass es an einer Seite gerade restauriert wird, so kommt die volle Schönheit des Gebäudes nicht zur Geltung. Auch die Innenausstattung ist nobel. Leider hat das Texas State History Museum geschlossen, da am Abend eine Veranstaltung stattfindet. Aber auch von außen wirkt es gewaltig.

Natürlich ist auch die historische 6th Street sehenswert. Viele alte Gebäude wurden im Laufe der Jahre liebevoll restauriert. Heute findet man überall darin Bars, Restaurants und Kneipen. Ziemlich kaputt gönne ich mir am Abend aber trotzdem 2 Std. Livemusik, und ich höre good cool Music. Auch Roy Orbison hat hier mal angefangen. Im Hotel schau ich noch den Wetterbericht. Wow ... kalte Luft aus dem Norden trifft auf warme Luft aus dem Süden. Tornadogefahr im Winter. Nunja .. schauen wir mal.

 

Tag 8, Samstag 17.12.

Ich verlasse Austin bei 8 Grad im Nebel und fahre auf der US 71 südöstlich Richtung Houston. Mein erster Halt ist in La Grange im Fayette County. Der Ort hat ca. 4500 Einwohner und wurde um 1826 gegründet, und hat ? Natürlich ein County Courthouse, das es anzuschauen gilt. Das gleiche trifft auch auf Columbus zu. Hier muss ich mich umziehen, denn inzwischen hat es ca. 26 Grad. Danach geht es auf der I-10 schnurstracks nach Houston. Houston [ˈ(h)juːstən] die Partnerstadt von Leipzig ist die größte Stadt in Texas und die viertgrößte Stadt der Vereinigten Staaten hinter New York, Los Angeles und Chicago. 2013 lebten ca. 2,2 Millionen Menschen in Houston. Am Buffalo Bayou etwas außerhalb von Downtown parke ich und hier hole ich mir später meinen zweiten Strafzettel ab, da ich nicht wusste, dass man auf sein Ticket am Automaten sein Kennzeichen eintippen muss. Jetzt weiß ich es. Ich laufe durch die riesigen Häuserschluchten. Mein erstes Ziel ist ... natürlich das riesige Harris County Courthouse. Zum Hineingehen habe ich leider keine Zeit. Mein nächstes Ziel ist das Minute Made Baseball Stadium. Dort findet anscheinend eine Veranstaltung statt. Das schau ich mir mal an. Und so etwas gibt es wohl nur in den USA .... Schulabgänger in Uniform werden auf dem Rasen des Stadions geehrt bzw. verabschiedet und ca. 20 Tausend Menschen bejubeln sie. Unglaublich diese Treiben. Später gehe ich die gemütlichen Main Street entlang und dann zurück zum Auto.  

Danach heißt es "Meilen machen". Ich fahre auf der I-10 nach Osten, denn die Umgebung von Houston habe ich ja schon mehrmals gesehen. Mein Ziel ist Orange, das sind noch etwa 115 Meilen zu fahren. Mein gebuchtes Motel Days Inn liegt direkt am Highway. Am Abend hat es noch ca. 23 Grad.

 

Tag 9, Sonntag, 18.12.

Was für ein be...scheidener Tag. Gestern im T-Shirt unterwegs, heute im Wintermantel. Es sind gerade mal 3 Grad und es regnet, und mein Auto macht Probleme und ich fühl mich nicht so besonders und und und. Mein erstes Ziel ist Lafayette.Lafayette liegt im Süden Louisianas beiderseits des Vermilion River, etwa 70 km nördlich von dessen Mündung in den Golf von Mexiko. Die Grenze zu Texas befindet sich rund 170 km westlich.Lafayette hat ca. 270 Tausend Einwohner. Kurz nach Orange gibt es ein Visitor Center, den ich aber verpasse, bzw. nicht mehr daran denke. Als ich in Lafayette ankomme hört es auf zu regnen. Die Highlights sind - ja natürlich - das Federal Courthouse, aber auch die wunderschöne St. Josep Cathedral samt Friedhof. Hier ruhen überwiegend französische Siedler.

Auf der US 182, dem W.Old Spanish Trail fahre ich durch den Regen. Nächste Ziel ist New Iberia. Hier befindet sich die Shadows-on-the-Teche. Eine wunderschöne Plantage, aber es passt zum Tag dass heute geschlossen ist. Von außen hat man lediglich einen Blick auf das Herrenhaus. etwas weiter südlich am Bayou Teche steht die angeblich am Meisten fotografierte Eiche von Louisiana. Ich habe selbstverständlich einige Ablichtungen hinzu gefügt. Weiter geht es durch die kleinen Orte Baldwin und Franklin, deren Häuser an der Hauptstraße den typischen Stil von Louisiana verkörpern.

Und tatsächlich, trotz des Regens kommt eine Spur Romantik auf, bis plötzlich die Warnung "Low Tires Pressure" im Auto aufleuchtet. Das hat mir noch gefehlt, das ich heute einen Platten bekomme. Ich steige aus, aber nichts ist zu sehen, also fahre ich vorsichtig weiter bis Houma, meinem heutigen Ziel. Houma ist eine Stadt in den Sümpfen. Die Bevölkerungszahl lag im Jahr 2010 bei 33.727 Einwohnern. Die Stadt wird im englischen "home'ah" ausgesprochen. Die Stadt liegt im Terrebonne Parish, welches in Louisiana als County zählt. Wegen der Lage in den Sümpfen von Louisiana war die Stadt auch Schauplatz von Produktionen wie des Kinofilmes "The Skeleton Key - Der verbotene Schlüssel". Mein Hotel ist schön. Ich fahre zu einer Tankstelle und fülle Luft in die Reifen und siehe da die Warnung ist weg. Neben meinem Hotel ist Danny`s Fried Chicken. Dem statte ich einen Besuch ab, bekomme für 9 $ die Familienpackung Hühnchen - 10 Stück. Blöd ist dass die Teile so groß sind, und ich nur 4 Teile schaffe. Na gut hab ich für morgen schon Futter.

Tag 10, Montag 19.12

Zwischen New Orleans und Baton Rouge stehen am Mississippi jede Menge Plantagen samt Herrenhäusern. Die stehen heute auf meinem Programm. Ich verlasse Houma und fahre auf der US 90 gen Südosten, schwenke dann auf die I-31o und überquere dann zum ersten mal den Mississippi auf der riesigen Hale Boggs Memomiral Bridge. Gleich nach der Brücke finde ich rechts schon die erste Plantage. Die Destrehan Plantation ist ein Antebellum House ein sogenannter Vorkriegsbau. Darunter versteht man die Häuser, die vor dem Bürgerkrieg erbaut wurden und ihn mehr oder weniger unbeschadet überstanden haben. Das Herrenhaus ist im Französischen Kolonial Stil erbaut und wurde zwischen 1787 und 1790 fertig gestellt. Im 19. Jahrhundert war sie Hauptproduzent von Indigo und Zuckerrohr. Eine eigenwillige Plantage. Ich fahre zurück über die Brücke und biege nach Norden ab. Auf der US 18 der sogenannten River Road bis Wallace. Kurz danach erscheint linker Hand die Evergreen Plantation. Sie wurde 1832 erbaut und umfasst 37 Gebäude. Das Herrenhaus besticht durch seine eigenwillige Freitreppe. Aus Zeitgründen kann ich leider nicht alle Plantagen besichtigen, deshalb lasse ich diese hier aus - leider sage ich im Nachhinein.

Weiter geht es . Über die Vetrans Memorial Bridge (Gramercy Bridge) geht es wieder über den Mississippi. Auf dem Programm steht die San Francisco Plantation. Das SF Pl. House ist eines der am unverwechselbarsten Herrenhaus im amerikanischen Süden. Seit 1974 ist es ein National Historic Landmark. D.h. es ist jetzt ein Museum. Es wurde gegen 1849 in u.A. gotischem Stil erbaut.

Das "Zeug" das da an den Bäumen herunter hängt nennt man Spanish Moss. Tillandsia usneoides wird im Deutschen als Louisianamoos oder Spanisches Moos und im Englischen als „Spanish Moss“ bezeichnet (weitere Bezeichnung aus dem Spanischen ist „Cabello de hadas“, zu deutsch „Feenhaar“). Sie gehört zur artenreichen Gattung der Tillandsien (Tillandsia) aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Ich liebe diesen Anblick. Und so geht es weiter ... kleine und große Plantagen links und rechts des Flusses, allerdings umrahmt durch die riesigen Industrieanlagen, die sich am Fluss entlang ziehen. Getreide, Zucker und natürlich Rohöl wird hier verarbeitet. Und dann kommt irgendwann d e r Höhepunkt. Oak Alley Plantation.

Die Geschichte der Oak Valley Plantation ähnelt jener vieler Herrenhäuser auf Louisianas Plantagen. Das Haus wurde 1837 errichtet Auf der Oak Alley wurde vor allem Baumwolle und Zuckerrohr angebaut. Die Besitzer, Jacques und Celina Roman "besaßen" bis zu 265 Sklaven.
"Wir versuchen hier, einen Eindruck vom Leben damals zu vermitteln", sagt unser Tour Guide, denn hier schaue ich mir alles an. . "Die viktorianische Einrichtung, die Möbel, Gemälde, das Porzellan und auch die Gärten draußen erzählen von der Vergangenheit." Besonders wenn man nach der Führung ins Freie tritt und man die wunderschöne lange Eichenallee, für die diese Plantage so berühmt ist, zum ersten Mal sieht – da schlägt das Herz schon mal ein bisschen höher. Zumindest bei mir. Aber ich liebe einfach diese alten knorrigen, ineinander verworrenen Eichenbäume,die so typisch für die Südstaaten sind! Das grüne Gewächs an den Ästen und Stämmen nennt sich Auferstehungsfarn, eine Luftpflanze die auf der Rinde großer Bäume wächst.Bekannt ist die Plantage vielen auch durch Filme wie „Ein Interview mit einem Vampir“ und manch einen erinnert sie verdächtig an „Vom Winde verweht“… Das aber leider nicht hier gedreht wurde. Aber es wäre die perfekte Kulisse dafür gewesen. Auch Szenen aus Primary Colors (Mit aller Macht mit John Travolta) wurden hier gedreht.

Es gibt viel zu sehen, z.B. die Sklavenunterkünfte, die verschiedenen Gerätschaften für die Herstellung von Zuckersirup und Kristallzucker, das Aufseher-Haus, der Plantagenglocke, die das Kommunikationssystem des Alltags regelte. Jeder Glockenton hatte eine andere Bedeutung, z.B. rief die Glocke die Sklaven auf die Felder, oder signalisierte die Essenszeiten. Die Glocke wurde 1848 in Pittsburgh gegossen.

Eine kleine Anekdote : bei der Führung erwähnt unser Tour Guide, dass die Plantage auch noch heute voll funktionsfähig und bewirtschaftet ist. Da frägt sie ein kleiner Junge " Haben Sie auch noch Sklaven". Großes Gelächter und die Dame meint lachend nein Gott sei Dank haben wir keine Sklaven mehr.

Nach 1 /12 Std. verlasse die Plantage, denn ich habe noch viel anzusehen. Kleine und größere Plantagen säumen meinen Weg. Da wäre noch das Houma House.Krönender Abschluss ist die Nottoway Plantation. Das Nottoway House steht in der Nähe von White Castle und ist das flächenmäßig Vorkriegshaus der Südstaaten. Es wurde1859 im Greek Revival und Italianate-style fertiggestellt. In dem 4900 m2 großen Gebäude ist heute ein (nicht billiges) Hotel beherbergt.

Nun ist es aber gut. Ich bin ganz schön geschafft. Aber es sind nur noch 20 Meilen zu meinem Hotel in Port Allen bei Baton Rouge. Da ich unterwegs immer wieder von meinen Chicken genascht habe, brauch ich nicht mehr viel. Ein wunderschöner Tag.

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aktualisiert: 23.01.2019