usa142014 9o Tage Abenteuer

Tag 85, Montag 7. Juli

Ich sollte Wäsche waschen aber es gibt keine Laundry im Hotel, doch bin ich L.A. in der Nähe vom Dockweiler RV Beach. Also fahre ich zum Strand tu so als wäre ich immer noch Gast und wasche und trockne meine Klamotten. Unterdessen spaziere ich am Strand entlang. Danach ist mein Ziel wieder der Airport. An der Imperial Ave, parallel zum Flughafen hatte ein gewisser Herr Clutters vor ein paar Jahren die grandiose idee, einen kleinen Park zu gestalten von dem aus man einen wunderbaren Blick über den Flughafen hat. Da verbringe ich den Nachmittag. Um ½ 7 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Venice Beach. Ich bade mich in der Menge und der Sonnenuntergang ist herrlich.

Tag 86, Dienstag, 8.Juli

Der nächste große Tag, Deutschland gegen Brasilien. Anstoß ist um 15 Uhr Ortszeit, also muß ich noch 3 Std. dazu zählen.
Ich kann es nicht lassen und steh wieder am Flughafen und lasse die riesigen Maschinen über mich hinwegschweben.
Später fahre ich nach Downtown, schaue mir den Pershing Square, Grand Central, das Dodger Stadion und weitere Highlights an.

Auf der Rückfahrt zum Hotel überdenke ich nochmal die Anstoßzeit.
15 Uhr ET ich bin 3 Std. hinterher, dann ist es in Brasilien ja ….. ich bin so ein Blödmann, ich könnt mich grad peitschen …. Ich hätte die 3 Std. abziehen müssen, das Spiel ist längst rum.
Oh Mann …. Na dann brauch ich auch nicht zurück zum Hotel, mein Bauchgefühl sagt mir eh einen 1 : 0 Sieg der Brasilianer.
Also muß der Flughafen wieder herhalten. Apropos Bauchgefühl, ich hab Hunger. Ich fahre den Imperial Highway entlang, vorbei an meinem Hotel und finde einen KFC. Muß ne gefährliche Gegend hier sein, denn die Küche und Kasse sind hinter (vermutlich) Schusssicherem Glas und das Essen wird durch eine Klappe ausgegeben. Jetzt wo ich darüber nachdenke wird mir klar daß es in meinem Hotel kein Erdgeschoß gibt und man nur mit dem Fahrstuhl und Zimmerschlüssel nach oben kommt. Ich schalte den Fernseher ein und als das Ergebnis gezeigt wird habe ich recht. 0 : 1 für Brasilien, als ich genauer hinsehe steht da vorne aber eine 7 . ich glaub das nicht, aber als ich die Tore sehe könnte ich mir in den Hintern beißen wenn ich es könnte. Ich schwanke zwischen Frust und Freude. Ich gehe ins Bett und schmolle.

Tag 87, Mittwoch 9. Juli

Ich mache ein paar Bilder vom Hotel und frühstücke dann im Office und so lerne ich Sylvie kennen. Sie frühstückt auch und frägt dann an der Rezeption nach der Busverbindung zum Flughafen. Ich höre ihren französischen Akzent. Ich spreche sie an und biete ihr an sie zum Flughafen zu fahren. Sie ist skeptische und meint ich kenne Sie ja nicht. Ich frage sie woher sie kommt. Sie lebt auf Hawaii, geboren in Frankreich. Ich bin aus Deutschland und da taut sie auf. Isch spresche etwas deutsch denn isch habe in Baden Baden studiert, Ahja ich bin aus Karlsruhe, oh isch kenne Karlsruhe. Also bringe ich sie zum Flughafen. Unterwegs erzählt sie mir daß sie per Standby fliegt und gestern der Flieger verpasst hat denn sie war im falschen Terminal. Sie ist Reiseführerin auf Hawaii und hat einen bezaubernden französischen Akzent. Sie gibt mir ihre Karte und meint wenn ich irgendwann mal nach Hawaii komme soll ich sie anrufen und ich bekomme ich eine Gratisführung. Hey ich hab ein neues Ziel. Das nächste Ziel ist aber der Strand, Sonnenbaden und im Pazifik plantschen. Später geht`s zurück zum Hotel. Holland gegen Argentinien, ich kann es sogar live sehen denn ich hab richtig gerechnet. Schade Holland es hat wieder nicht gereicht, ich glaube Holland wird ohne Weltmeistertitel in der Nordsee versinken.
Ich fahre die La Brea hinunter nach Beverly Hills. Ich suche Pinks, wo es die besten Hot Dogs der Stadt gibt. Und so mancher Promi zu sehen war und ist. Ich bin nicht mehr sicher wo genau Pinks ist also gebe meinem Navi den Auftrag Restaurants“ zu suchen. Da steht dann Pinks, 0,5 Miles nach Norden, da steht aber auch The Wirtshaus, 1 Mile südlich auf der La Brea , das schau ich mir mal an . Schaut gut bürgerlich aus, macht aber erst um 18 Uhr auf. Also fahre ich den Sunset Blvd runter nach Santa Monica und da ist schon ne Std. um, kann ich also wieder umkehren. Ein so deutsches Lokal gibt es nicht mal in Deutschland, für Amerikaner eben. Das Lokal ist gut besucht und ich esse Gulasch mit Spätzle und dazu ein Hefeweizen. Schmeckt gut. Ich genieße meinen letzten Tag in L.A.

Tag 88, Donnerstag, 10. Juli

Ich schlafe aus, dusche und mach mich dann auf den Weg. Auf dem Highway 1 nach Norden herrscht reichlich Verkehr und so komme ich nur langsam voran. Mein Ziel ist Morro Bay, ungefähr auf der Hälfte des Weges nach San Francisco. Der Highway ist wirklich eine schöne Straße, auch wenn er teilweise auf dem Highway 101 integriert ist. Als ich durch Pismo Beach fahre sehe ich auf der linken Seite ein Best Western. Spontan halte ich an und schau mich um. Das Hotel liegt wunderbar auf einer steilen Klippe gelegen mit spektakulärem Blick auf die Küste. Ich beschließe hier zu übernachten. Ein teurer aber richtiger Entschluss. Mein Zimmer ist groß und sehr sauber und auf dem Balkon habe ich den wundervollen Blick auf Steilküste und Strand. Ich spaziere hinunter und am Strand entlang. Zwischen dem Hotel und der Steilküste gibt es einen kleinen Park, von dem man wunderbar die vielen Pelikane und Möwen beobachten die im Tiefflug vorbeischweben und an der Steilküste nisten. Ich glaube ich steh fast 1 ½ Std. da und schaue den Vögeln zu, dazu kommt noch ein Sonnenuntergang der das Prädikat wertvoll erhält.

Als die Dämmerung einsetzt beobachte ich ein außergewöhnliches Ereignis. Hunderte von Pelikan und Möwen fliegen und schwimmen in der Bucht im Kreis, peitschen das Wasser auf und fischen. Es sieht wie ein großer Teppich auf dem Wasser aus. Lange sitze ich auf meinem Balkon und beobachte das Treiben unten auf dem Wasser und am Strand.

Tag 89, Freitag, 11. Juli

Oje mein letzte ganzer Tag, fast 3 Monate sind um und morgen geht es zurück. Weiter auf dem Highway 1 fahre ich nach Norden. Das Wetter wird schlecht, es nieselt und ist kalt. Beim Hearst Castle kann ich eine Menge Seeelefanten am Strand beobachten. Ab San Simeon wird der Highway dann richtig spektakulär, direkt am Wasser entlang oder hoch oben auf den Klippen, ein atemraubender Blick nach dem anderen. Nun wird auch das Wetter besser, Nebelschwaden ziehen vom Wasser herüber und lassen das Ganze noch grandioser erscheinen. Mein Touareg meistert locker die Steigungen. Die Fahrt zieht sich und zieht sich, immer wieder gibt es Aussichtspunkte, die zum Verweilen einladen. Kurz vor Carmel endet dann der schönste Teil des Highway`s . Durch Monterey`s Feierabendverkehr schleiche ich Richtung San Francisco Bay. Erst gegen 19.30 Uhr komme ich in meinem reservierten Hotel am Flughafen in San Mateo an. Es war eine hervorragende Idee zu reservieren, denn das Hotel ist ausgebucht, und es ist ein riesiges Hotel. Ich gönne mir im Restaurant ein Steak und bei einem guten Glas Rotwein beschließe ich meine Abenteuerreise.

Tag 90 Samstag, 12. Juli

Mein Flieger startet erst um 15 Uhr. Ich gehe spazieren und fahre dann in ein Parkhaus am Flughafen. Ich gebe meinen Koffer am Lufthansaschalter ab und fahre dann an meinen bekannten Platz in der Nähe der Landebahnen. Pünktlich um 12:40 Uhr landet Flug Nr. LH 454 in Form eines Airbus 380 auf der 28 Rechts und wird auf derselben Bahn um 15:05 als Flug LH 455 mit mir an Bord in Richtung Germany starten.
Ich gebe meinen treuen Touareg ab und fahre mit der Bahn zum Flughafen, ohne Koffer ist es einfacher. Am Gate 101 wird es nach und nach voller und es wird viel Deutsch gesprochen. Viele beklatschen oder bedauern die Tore der Holländer. Dann wird es ernst, wir boarden. Gespannt betrete in der 380 er. Ein toller Flieger, mein Platz ist fast ganz vorne und ich hab jede Menge Platz. Pünktlich rollen wir zur Startbahn, Das ist ein weiter Weg und das dauert. Das neue an diesem Flieger sind u. A. die 3 Kameras, die an der Heckflosse, am Rumpf unten und seitlich angebracht sind und mit denen man den Start und die Landung herrlich beobachten kann. Wir starten in die erwartete Richtung, leider herrscht am Flughafen Nebel, der sich allerdings bald lichtet. Und so ergeben sich mal wieder spektakuläre Bilder von San Francisco und der Bucht, ich filme und filme … wir fliegen über die Golden Gate, die ich aber auf meiner Seite nicht sehe und vergesse total die Kamera unten am Rumpf. Naja man kann nicht alles haben.
Es geht über den Norden Kaliforniens weiter nach Utah, an Salt Lake City vorbei über die Rocky Mountains. Die 380 ist sowas von leise. Allerdings ist sie auch nicht von Turbulenzen gefeit. Als wieder die Grate Plains überqueren werden wir – wie immer pünktlich zum Essen recht ordentlich durchgeschüttelt. Danach haben wir aber einen ruhigen Flug.

Der Tag danach, Sonntag 13. Juli

Die Nacht ist ruhig und kurz, und um 11 Uhr hat mich nach langer Zeit Deutschland wieder. Ich hab keine Sekunde geschlafen, auch noch nicht als ich um – wann ? 23 Uhr noch was, jubelnd die Hände in die Luft reiße und rufe : Wir sind Weltmeister und ich hab es gesehen …….

F a z i t
Es war ein phantastischer Urlaub mit vielen aufregenden Erlebnissen, ohne größere Pannen (bis auf den PC).
Ich habe so viele neue Erfahrungen gesammelt, habe über 80 % Neuland gesehen, so viele freundliche Leute kennengelernt.
Theoretisch könnte man, außer dem Trinkgeld für Kofferträger o.Ä. , locker ohne Bargeld auskommen. Die Kreditkarte greift zu 100 % (außer dem CG in Lee Vining)
Ich bin mit dem Wohnmobil durch 14 Bundesstaaten gereist und habe dabei 6644 Meilen zurückgelegt, mit dem Zug kam ich durch 11 Bundesstaaten. Die einzelnen Daten habe ich gesondert aufgelistet.
3 Monate sind eine lange Zeit und ich bin froh wieder zu Hause zu sein. (vorerst)
Dieses Tagebuch besteht aus 17475 Worten …

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aktualisiert: 26.03.2021