eu704 weeks „on the road” in GB

Wie oft ich jetzt schon in London war kann ich eigentlich nur schätzen - ich würd sagen 8-10 mal schon. Irgendwie hat's mir diese Stadt angetan..ob wie letztes Jahr für 3 Tage mit Ryan Air von Söllingen nach Stenstead oder am Anfang 1970 mit der Fähre - es ist immer wieder ein Erlebnis.

Kapitel 1

Natürlich war mein Trip mit Sige, Obi und Pit in meiner Sturm und Drangzeit ein Highlight der ganz besonderen Art. Wenn man die Bilder heute sieht.... einfach nur Klasse. Ich hatte übrigens die kürzesten Haare. Wir hatten uns vorgenommen, 3 Wochen durch England und Schottland zu trampen und davon erzählt diese Geschichte. Daß ich nicht mehr alles weiss ist klar, aber die wichtigen Dinge sind immer noch da.
Mit der Fähre über den Kanal und dann bei Windstärke 7-9 ist wirklich kein Vergnügen. Kaum einer der sich nicht übergeben hat.
Mit dem Zug von Dover nach London war danach eine Erholung. Und da standen wir nun... 4 doch etwas blasse langharige Deutsche... aber wir wußten wohin wir wollten.
Nämlich nach Crystal Palace. Dort ist ein Campingplatz den ich von meiner vorherigen Reise kannte. Einige 100 Meter davon entfernt ist der White Swan, kein Tier sondern 'ne typische Kneipe in die wir fast jeden Abend einkehrten. ontheroad 00 Im Laufe der nächsten Tage zogen wir uns London rein, trafen uns mit Freunden aus Good Old Germany. Mich aber zog es aber nach Waddon in den Waddon Way, denn da wohnte meine - ja inzwischen Freundin - Shaun Fielding. Ich war unheimlich aufgeregt, schließlich hatten wir uns 2 Jahre nur Liebesbriefe geschrieben.

Und da war sie dann auch - was für eine Frau...aber gut... wir verbrachten einen herrlichen Nachmittag und verabredeten uns später auf dem Campingplatz. Als sie da ankam - weiss ich noch wie heute - standen meine Kumpels mit offenen Mündern da und starrten sie an. Und dann fingen diese Schweinebacken doch tatsächlich im Laufe des abends an mit ihr zu flirten. Da war ich schon stinkig, aber gut...

Kapitel 2

ontheroad 02 ontheroad 03 Am nächsten Tag wollten wir los in Richtung Norden.
Wir fuhren mit dem Taxi !! bis zur Auffahrt zur Autobahn, packten unsere Klamotten an den Straßenrand und fingen an zu trampen. Göttlich - wir hatten ausgemacht in 2er Gruppen zu trampen, denn zu viert ging kaum. Irgendwann wurden Obi und Pit mitgenommen und 2 Std. später Sige und ich.
Wir wollten hoch bis Glasgow und ich glaub wir wollten uns in Edinburg in einer Jugendherberge treffen.
ontheroad 04 ontheroad 05Es war in Deutschland immer die Rede davon die Engländer wären deutschfeindlich . Aber wirklich nicht !!! Alle die uns mitgenommen haben oder die wir kennengelernt haben waren sehr !! gastfreundlich.
Ich weiß zwar nicht mehr alle, aber nehmen wir z.B. Vater und Sohn die uns in einem Kastenwagen mitgenommen haben. Erst tauschten wir Zigaretten - sie wollten unbedingt deutsche, und als wir in ihrem Heimatort angekommen waren luden sie uns in ihre Stammkneipe direkt neben der Autobahn ein. Mann war das ein Gelage. Mit Müh und Not durften wir eine Runde ausgeben, ansonsten war immer einer da, der uns einlud. Aber irgendwann war und hatten wir genug.

Wir schwankten zur Autobahn und es hielt tatsächlich das erste Auto und das war ein Rolls Royce. Wir durften einsteigen und ich durfte das weiße Hündchen der Madam halten und streicheln, während sie uns irgendwelche Geschichten erzählte. An der Autobahnabfahrt Edinburg durften wir dann raus und da wir eh nicht mehr weit laufen konnten schlugen wir unser Zelt genau da auf.
Am nächsten Morgen als wir -gepackt hatten - man glaubt es nicht - hielt doch tatsächlich der Wagen von Vater und Sohn an. Sie nahmen uns mit in die Stadt bis zu ihrer Fabrik und erklärten uns dann noch den Weg zur Herberge. War ein langer Weg und fast umsonst, denn die war voll.
Alle Betten belegt.
Pit und Obi waren schon da - kurz vor uns. ontheroad 07 Der Herbergsvater schlug uns vor, daß wir im Gewächshaus übernachten dürften, wenn wir aufpassten.
Und so kam es daß wir unser Domizil in einem Glashaus mit allerlei Gestrüp drin aufschlugen.

So jetzt kommt etwas Leere. Ich weiß, daß wir irgendwann in Oban landeten, ich glaub mit dem Zug. Oban ist ein Kaff ziemlich nah am Atlantik - so bei Loch Ness ungefähr. Und was sieht man da, wenn man reinkommt ? Einen alten VW Käfer mit Kennzeichen KA- wie Karlsruhe. Und da wir alle von da kommen, war das Gelächter groß. Wir hängten einen Zettel an die Scheibe mit Grüßen.

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aktualisiert: 23.01.2019